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Feindbilder

Interview mit Ahmad Mansour

In diesem Interview thematisiert Ahmad Mansour den verbreiteten Antisemitismus unter Muslimen und beschreibt damit sehr treffend, was ich auch gerade erlebe.

Im Zuge des Völkermordes an Palästinensern in Gaza wird unreflektiert und unkritisch der uralte Antisemitismus gepflegt und die zionistische Weltverschwörung beschworen. Dabei wird die Rolle der Hamas oder anderer palästinensischer Terroristen völlig außer Acht gelassen. 

Auch die Konflikte in Syrien oder dem Irak, in dem Muslime sich gegenseitig in die Luft bomben und vernichten, verblassen - sie passen sowieso nicht in das Weltbild, in dem hauptsächlich Juden und Christen weltweit gegen Muslime vorgehen.

Dabei fordert keine der drei Buchreligionen, gewaltsam gegen die jeweils anderen vorzugehen, auch wenn religiöse fundamentalistische Führer das immer wieder beschwören. Mich erschreckt, dass ein kleiner Prozentsatz dieser fundamentalistischen Hetze auch die ganz normalen Gläubigen erreicht - in allen drei Lagern! 

Christen haben Angst vor Islamisten, Muslime hassen Zionisten, Juden fürchten evangelikale Hetze - bunt gemixt ist der gegenseitige Hass und die Furcht, dass die anderen am Ende gewinnen.

Was bleibt uns? Reden, reden, reden.

Wir müssen erkennen, wo uns die Mainstream Medien mit einseitigen Informationen füttern, wer die alten Feindbilder predigt und vor allen, wo uns Verschwörungstheorien als geheime, unterdrückte Wahrheit untergejubelt werden. Medienkompetenz und Sprachgefühl sind wichtiger als je zuvor.

Interessiert euch füreinander. Der muslimische Arbeitskollege erklärt gern, wie er den Ramadan verbringt und wofür der gut ist.  

Widersprecht, wenn ihr antisemitistische Äußerungen hört - wenn die israelische Politik kritisiert werden soll, dann geht es um die israelische Regierung, nicht um die Juden.

Überhaupt Verallgemeinerungen: es gibt nicht "die Juden", "die Moslems" und "die Christen", das betone ich wieder und wieder und bemühe mich, diese Tatsache in Gespräche einfließen zu lassen.

Es ist an der Zeit, dass die Vernunft laut wird, damit sie endlich wahrgenommen wird.

Tina 26.07.2014, 08.17 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schaumgummimatten

Vor einigen Tagen räumte ich in meinem Kleiderschrank herum mit dem festen Vorsatz, Dinge zu entsorgen, die ich nicht mehr benötige.

Alte ausgeleierte Gürtel, Socken mit Bröselgummibund - solche Dinge.

Mir fielen Schaumgummimatten in die Hand. Diese Matten nutzte ich an kalten Tagen auf dem Spielplatz als Unterlage, damit ich mir auf der Bank nichts verkühlte, während die Kinder herumtollten. 

Seinerzeit verbrachte ich viel Zeit meines Lebens auf dem Spielplatz. Frühjahr, Sommer, Herbst - wenn es das Wetter auch nur zeitweise hergab, spielten die Kinder dort und ich schwatzte mit den anderen Müttern (Väter gab es dort nie - so lang ist das schon her!). War es warm, lagen wir auf Decken auf der Wiese, war es kalt, hatten wir diese Schaumgummimatten. 

Ich schleppte eine große Ikea Tüte Schippen, Bagger und Eimerchen für den Sandkasten zum Spielplatz, eine große Thermoskanne Roibushtee und Obst- oder Gemüsestücke für den Hunger zwischendurch (Hirsebällchen gab es damals noch nicht, so lang ist das schon her!).

Geblieben sind die Schaumgummimatten, denn es ist locker 10 Jahre her, dass die Kinder mich nicht mehr brauchen, um sich an der frischen Luft zu vergnügen. Niemand trinkt mehr Roibushtee und die Spielgeräte auf "meinem" Spielplatz haben inzwischen mehrfach gewechselt.

Ich drehte die Matten hin und her - sie bröseln nicht und sind auch nicht ausgeleiert, also zurück damit in den Schrank? 

Ich denke an meine große Tochter, die damals durch Gebüsche und Hecken kroch und immer wusste, wo die dicksten Weinbergschnecken zu finden sind.  Heute weiß sie, wo man in der großen Stadt die besten Sushi findet.

Ich denke an meinen Sohn, der damals auf dem Spielplatz lange Zeit schüchtern neben mir stand und die Umgebung beobachtete, bevor er mit seinem Bagger in den Sandkasten stapfte. Heute erzählt mir der gleiche Sohn, dass er sich am Wochenende zu einer öffentlichen Fußballübertragung ins Getümmel werfen würde.

Ich denke an meine kleine Tochter, den Schrecken des Spielplatzes. Ihre Trotzanfälle sind legendär, niemand nahm ihr je ungestraft die Schippe weg. Heute fährt sie quer durch Deutschland, um ihrem Hobby nachzugehen.

Die Schaumgummimatten brauche ich nicht mehr und wenn auch wenn sie noch ok sind, sie wandern in den Müll. 

Aber einen Roibushtee könnte ich mir mal wieder aufgießen.

Tina 19.06.2014, 09.26 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Fußballweltmeisterschaft und Deutschland

Wir Deutsche fahren zur WM und sind der festen Überzeugung, dass wir das Turnier wie immer gewinnen werden. Wir erzählen das überall auf der Welt herum, vor allem den vorlauten Argentiniern, arroganten Italienern und den unattraktiven Spaniern. Man nennt das selbst erfüllende Prophezeiung und das funktioniert praktisch immer.

Sollten wir die Vorrunde nicht überstehen, blaffen wir die Zwockels und die Türken an, dass die mal schön die Klappe halten können, sie waren ja nicht mal dabei. Wir verbannen eine solche WM aus dem kollektiven deutschen Gedächtnis oder verweisen lautstark auf die Damenfrauschaft, die es der Welt so richtig zeigen wird.

Fliegen wir bis zum Finale irgendwann raus, dann lag es am Schiedsrichter (der hasst uns), am Wetter (das hasst uns), Ballacks Wade (die hasst uns), dem Schicksal (das hasst uns am aller meisten) oder dem Universum (das hasst uns aber sowas von!).

Verlieren wir das Finale, haben wir es eigentlich doch gewonnen. Wortreich können wir der Welt erklären, warum WIR in Würklüschkeit der Sieger sind, wir zerren Experten herbei (Loddar redet sie alle schwindelig), wedeln mit Lobeshymnen internationaler Zeitungen auf unsere Mannschaft (aus anderen Zeiten, aber manche Dinge sind immer aktuell) und  fragen  uns, warum sich alle gegen uns verschworen haben. Wir sind der Sieger der Herzen. Wer etwas anderes behauptet, hat keine Ahnung.

Werden wir Weltmeister, haben wir es ja gleich gesagt und die Welt muss 4 Jahre unsere Selbstgefälligkeit ertragen. Das spornt sie alle an, seht es positiv!

Tina 18.05.2014, 19.45 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

von Wagner

Claus von Wagner: Theorie der feinen Menschen


Er ist einer der zwei, die die Anstalt weiterführen. Er ist protestantischer Bayer mit Sprachfehler. Er war gestern Abend im Neuen Theater - ich auch.


Ich habe mich sehr auf diesen Abend gefreut und es begann vielversprechend. Herr Wagner, von stand urplötzlich mitten im Publikum, genau neben mir übrigens, begrüßte uns und sprühte vor Wortwitz, Anspielungen und Seitenhieben.


Dann allerdings erklärte er, dass sein Programm in eine Rahmenhandlung eingebettet sei. Ein Mann seines Alters sei in einer Bank im Tresorraum eingesperrt und müsse eine Ansprache anlässlich des Todes seines Vaters halten, der für eine Wirtschaftsprüfungsfirma gearbeitet hatte.


Ab da war das Niveau zweigeteilt: die Rahmenhandlung war grotten langweilig, die Einschübe zur internationalen Finanzwelt dagegen großartig. Das Programm dauerte 2 1/2 Stunden, ohne die blöde Rahmenhandlung wären es etwa 90 erstklassige Minuten gewesen und ihr könntet hier eine Lobenhymne lesen.


So wurden die Wagnerschen Ausführungen zu Finanzprodukten, dem internationalen Geldmarkgeschäften, Erklärungen zu Derivaten und dergleichen durch unfassbar langweilige Schilderungen über der Vater seiner Kunstfigur, die Firma des Vaters und dessen Kollegen unterbrochen. Nach der Pause bin ich während solcher Szenen tatsächlich kurzzeitig eingenickt. Herr Wagner trank unentwegt abwechselnd aus einer Wasser- und einer Whiskyflasche, telefonierte mit einem Wachmann und lamentierte über die Vaterfigur. Die Szenen samt Inhalt und ja, auch die witzigen Bemerkungen, wiederholten sich im Laufe des Abends. Nichts ist schlimmer, als ein wiederholter Scherz.


Meine größte Angst war, dass ich zu schnarchen beginnen würde und womöglich den nächsten Teil des Finanzmarkt-Teiles verpassen könnte.


Bitte Herr Wagner: lassen sie Rahmenhandlungen weg und bleiben sie einfach nah am Thema, denn eigentlich habe ich mich gut amüsiert (und sie haben selbst ausgeführt, dass "eigentlich" in der deutschen Sprache eine deutliche Einschränkung ausdrückt). 

Tina 09.05.2014, 09.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Verdun

Frau A aus O samt Sohn fuhren gen Verdun, um der politischen Bildung Vorschub zu leisten.

Der Erste Weltkrieg und wie es dazu kam ist eine Sache, die in der Schule meist übersprungen wird. In Geschichte springen Lehrer gern von der französischen Revolution direkt zum Nationalsozialismus - der Lehrplan ist eng und von Napoleon zu Hitler ist der Übergang fließend.

Das ist ziemlich schade, denn viele Aspekte des Zweiten Weltkrieg erklären sich aus den Vorgängen, die 20 Jahre zuvor stattfanden. Wer war die Entente und warum hielten sie wieder zusammen? Warum waren die Deutschen auf besagte Entente nicht gut zu sprechen und umgekehrt?

Die zerklüftete Landschaft rund um Verdun gibt viele Antworten. Wir schauten uns das Ossarium in Douaumont an, zwei halbwegs intakte Forts, ein zusammen gebrochenes Fort, eine von Granaten geformte Landschaft und Dörfer, die nicht mehr existierten.

Wer an Geschichte interessiert ist, hat in Verdun gute Karten.

Wer französisch spricht, hat auch bei der heutigen Bevölkerung von Verdun gute Karten. 

Ich allerdings wurde in Englisch und Latein unterrichtet, der Sohn in Englisch und Spanisch - wir durften lernen, was es beutet, in Frankreich ohne französische Sprachkenntnis aufzuwarten. Der Franzose als solches ist freundlich und herzlich - wenn er dich versteht. Versteht er dich nicht, dann ist der Ofen aus.

Das Hotelpersonal sprach und verstand kein Englisch, die Kassierer in den Sehenswürdigkeiten sprachen und verstanden kein Englisch, überhaupt stellt sich mir die Frage, ob es Franzosen gibt, die einer Fremdsprache mächtig sind. Ich begegnete nur einem und das war bei McDonalds.

Angeblich sollen recht viele Franzosen Deutsch zumindest verstehen - mir begegnete niemand, der mir anbot, mein Anliegen in Deutsch erneut vorzutragen.

In Luxemburg, das wir auf dem Heimweg besuchten, das gleiche Spiel. Sprich französisch oder halt die Klappe.

Meine Reise nach Belgien im letzten Jahr hatte mich glauben gemacht, dass Franzosen ähnlich wie Belgier bemüht sind, den Touristen, die Geld in ihre Kasse spülen, sprachlich entgegen zu kommen. Tun sie nicht. Also die Franzosen und Luxemburger nicht - die Belgier schon.

Frankreich habe ich von meiner Reiseliste vorläufig gestrichen. Dort fahre ich erst wieder hin, wenn ich in französisch sprechender Begleitung sein kann.

Tina 03.05.2014, 15.47 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Flügel stricken

Kindern sollst du Wurzeln geben, Teenagern Flügel.

So in etwa lautet die Zusammenfassung aller jemals geschriebener Erziehungsratgeber in der netten Form.

Die ungeschönte Wahrheit ist:

Kindern sollst du Wurzeln geben, wobei das Pflanzloch graben langwierig und mühsam ist. Teenagern sollst du mit einer stumpfen Nadel Flügel stricken, die sie uncool finden und sie werden dir langatmig erklären, dass du von Flügeln sowieso keine Ahnung hast.

Das Loch für die Wurzeln grub ich in den letzten Jahren, pflanzte meine Kinder ein, stampfte den Boden fest, goss sie regelmäßig, vergaß auch den Dünger nicht und band sie an Stangen, damit sie schön gerade wachsen würden.

Nun bin ich mit den Flügeln zugange. Es ist nicht einfach, mit Händen, die vom Graben schwielig geworden sind, aus dem dünnen Garn der Zuversicht und des Vertrauens ein Paar anständige Flüge zu stricken. Ewig drohen die Nadeln zu brechen, das Garn zu reißen und manchmal fürchte ich, dass mir das Garn sogar ausgeht.

Und so kommt es, dass ich dastehe mit meinen lausigen Flügeln: die Maschen ungleichmäßig, Knoten wegen der gerissenen Fäden und wenn man genau hinschaut, finden sich auch einige Fehler im Muster. Ich halte sie dem Kind an, will schauen, ob sie passen und bekommen zu hören, dass Lieschen Müller viel tollere Flügel hat und wie sehr die Stange, an die es angebunden ist, drückt.

Es kommt der Tag, da sind die Flügel fertig. Die besten, die ich herzustellen vermochte. Sie sitzen dem Kind etwas zu locker, aber ich bin mir sicher, es wird hineinwachsen. Ich hoffe das.

Ich ziehe den Stange aus dem Beet und freue mich, dass das Kind nicht in sich zusammenfällt, sondern groß und stark geworden ist. 

Das Kind testet seine Flügel, wedelt noch etwas ungelenk herum und macht seine ersten Hüpfer.

Derweil stehe ich da, schaue zu und stricke bereits am nächsten Paar Flügel.

Tina 18.04.2014, 07.39 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Kabarett

Ich mag Kabarett. 

Keine flachen Witzchen wie die von Mario Barth, deren Inhalt sich alle 5 Minuten wiederholt und der versucht von diesem Manko abzulenken, in dem er wild gestikulierend und schreiend über die Bühne hüpft.

Mein Ding sind die ruhigen, hintergründigen Künstler wie Hagen Rether, Vince Ebert und Max Uthoff. 

Zum Glück habe ich das Neue Theater in Höchst quasi vor der Haustür, in dem ich mir auch weniger bekannte Künstler anschauen kann.

Dazu kommen Künstler, die regional eine gewisse Bekanntschaft haben, die der Rest von Deutschland aber nicht kennt - oder habt ihr schon vom Ersten allgemeinen Babenhäuser Pfarrer Kabarett gehört? Die zwei sind wirklich sehr geil.

Wenn es der Künstler schafft, meinen Humor zu treffen, dann bin ich dankbares Publikum. Ich sitze gickelnd und gackernd auf meinem Sitz, mir laufen die Tränen vor Lachen und ich pruste lautstark vor mich hin. Meiner Begleitung bin ich meistens peinlich, aber hey, ICH habe Spaß.

Es darf gern politisches Kabarett sein, in dem die Missstände in unserer Gesellschaft auf den Punkt gebracht werden. Aber auch religiöse Themen, für oder gegen Feminismus, politisch korrekt oder nicht - Hauptsache nicht flach oder, das ist das aller schlimmste, vorhersehbar.

Gestern hatte ich eine Einladung für die Jojos (Johannes & Johannes), zwei katholische Diakone, die gemeinsam Kabarett betreiben. Gehofft hatte ich auf ein katholisches Pendant zu den von mir verehrten Babenhäusern. Leider gehörten die Zwei zu der Kategorie flach und vorhersehbar. Ich nutzte die Pause, um zu fliehen. Es fing damit an, dass die zwei ihre Texte aus vor sich platzierten Ordnern ablasen. So konnten sie keine Beziehung zu ihrem Publikum aufbauen. Sie betonten ihre Texte so, wie man das tut, wenn man vorliest und das nie geübt hat. Die ersten zwei Minuten hoffte ich, dass das irgendwie zum Programm gehört, aber nein, die Augen der zwei klebten an der Vorlage und da blieben sie.

Die Jojos nehmen die katholische Kirche und das gemeindliche Drumherum aufs Korn. Natürlich gehören da Anspielungen auf den ehemaligen Limburger Bischof dazu, aber alle zwei Minuten? Priestermangel, Zölibat, Umgang der Kirche mit der Laienarbeit - ich war kurz davor aufzustehen und zu rufen: "Meine Güte, dann konvertiert doch und eure Probleme sind gelöst!"

Mein Humor wurde nicht getroffen, mir war nicht einmal nach schmunzeln. Allerdings amüsierten sich das Publikum um mich herum sehr wohl. Der Altersdurchschnitt betrug ungefähr 70 Jahre und ich war womöglich eine von höchstens vier Protestanten vor Ort. Viele Menschen dieses Publikums mochten die eher vorsichtigen Andeutungen und offensichtlichen Gleichnisse. 

Fazit: wer die Babenhäuser mag und auch das Duo Camillo lustig fand, der kann sich die Jojos getrost sparen. Oder anders herum: wem die Babenhäuser zu direkt und das Duo Camillo zu unpassend war, der sollte sich in eine Vorstellung der Jojos begeben, dort wird er sich sicherlich amüsieren.

Um die Jojos zu beschreiben, hat der Anhalter durch die Galaxis die richtigen Worte bereits gefunden: weitgehend harmlos.

Tina 12.04.2014, 09.38 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Von Kindern und Katzen

Ich habe Kinder im Teenageralter und ich habe Katzen.
 
Die einen sind laut, unordentlich und dennoch niedlich, auch wenn sie dauernd irgendwelches Zeug anschleppen - die anderen sind Katzen.

Tatsächlich ist bei genauerer Betrachtung der größte Unterschied zwischen Teenagern und Katzen, dass die Katzen frühzeitig kastriert wurden, um den Hormonterror zu unterbinden. Aber bitte, ich möchte irgendwann einmal Enkel haben, das ist der Preis.

Ansonsten sind die Parallelen frappierend: 

Sobald ich die Küche betrete, kommen aus allen Himmelsrichtungen Kinder und Katzen angerannt und jammern lautstark, weil sie Hunger haben. Ich füttere sie alle, es ist kurz ruhig, dann geht das Hungergejammer weiter.

Teenagerzimmer entströmt dieses gewisses Hormon geschwängerte Odeur, das ich auch vom Katzenklo kenne.

Die Katzen rennen fauchend hinter einander her, bilden ein Knäuel, fetzen sich und sind nur schwer zu trennen. Die Kinder ebenso.

Teenager und Katzen verschlafen den kompletten Tag, wenn man sie lässt.

Kinder und Katzen verlassen gegen Abend das Haus und kommen irgendwann in der Nacht wieder nach Hause. Was Kinder und Katzen in der freien Natur anstellen, will ich lieber nicht wissen.

Katzen sind nur schwer zu erziehen. Mit viel Mühe und eiserner Konsequenz erreicht man, dass sie sich an ein paar wenige Regeln halten - zumindest, solange ich im Raum bin. Auch die Kinder habe ich dazu gebracht, nicht auf dem Küchentresen zu sitzen oder dem Esstisch zu liegen (zumindest, solange ich im Raum bin). 

Teenager und Katzen putzen sich intensiv, zum Glück belegen die Katzen zu diesem Zweck nicht das Bad. 

Kinder und Katzen schleppen Zeug an - die einen eine große Auswahl an Süßkram, Chips in 98 Geschmacksrichtungen und bunte Gummibänder, die anderen Mäuse, Vögel und anderes Getier in desolatem Zustand. Alle gemeinsam kommen sie ins Haus, lassen ihre  Beute  fallen und flegeln sich auf dem Sofa herum. 

Ich warte auf den Tag, an dem die Katzen lernen, das Telefon zu bedienen und den Teenagern ein Fell wächst, denn dann wird es keinerlei Unterschiede mehr geben.

Tina 15.03.2014, 17.08 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Männer - Frauen - Grillen

Bald ist es wieder soweit: die Temperaturen steigen, die Menschen strömen sonnenhungrig nach draußen und kurz danach verbreitet sich der Wunsch nach gegrilltem Fleisch wie Lauffeuer.

Wenn Frauen grillen wollen, dann besorgen sie irgendeine Sorte Holzkohle aus dem Supermarkt, schütten irgendeinen Grillanzünder darauf, werfen irgendein Streichholz hinterher und warten, bis die Kohle weiß durchgeglüht ist.

Wenn Männer grillen wollen, schaffen sie als erstes ihre Grillsammlung auf die Terrasse (den Balkon/den Hof/den Garten). Denjenigen, die als Tragehilfe fungieren, erklären sie wortreich den Unterschied zwischen einem Holzkohlegrill mit und ohne Schwenkarm, dem Gasgrill, dem Smoker, dem Kugelgrill und dem elektrischen Tischgrill.

Anschließend überlegen sie, welche Art von Fleisch sie zu garen gedenken: ein ganzes Lamm am Spieß, Rindersteaks, Fisch, Würstchen, Kebap – eine Mischung aus all diesen Dingen?

Abhängig von dieser Entscheidung ziehen sie los, im Fachgeschäft das entsprechende brennbare Material zu erwerben. Der mitgeschleiften Traghilfe wird erneut wortreich der Unterschied zwischen Holzkohle, Briketts, Gas und Holzscheiten erklärt.  Auch die Auswahl der Grillanzünder erfordert besondere Aufmerksamkeit, da das Produkt perfekt auf den Grill, das Brennmaterial und das Grillgut abgestimmt sein muss.

Diese ungemein wichtigen Vorbereitungen können einen Mann mehrere Tage beschäftigen.

Wenn Frauen grillen wollen, kaufen sie diverse marinierte Fleischbrocken und Würstchen ein und verlassen sich bei den Mengen auf ihre Erfahrung der letzten Grillevents. Außerdem erwerben sie Zutaten für Salate, Saucen, Folienkartoffeln und denken auch an Getränke. Sie zwingen die Kinder, den Tisch zu denken, bereiten die Salate zu, legen das Grillgut auf den Grill und los geht es. Nach kurzer Zeit sind alle satt und streiten darüber, wer was wegräumen muss.

Wenn Männer sich endlich auf den Grill, das Brennmaterial, den Anzünder und das Grillgut geeinigt haben, suchen sie die Metzgerei ihres Vertrauens auf und müssen erfahren, dass in Portwein mariniertes Deichlamm ohne Vorbestellung nicht zu haben ist. Genervt ob dieses schlechten Service erklären sie der Fleischereifachverkäuferin wortreich, dass sie früher immer problemlos bekommen hätten, was sie brauchten und dass marinierter Schweinenacken wirklich nur ein unzureichender Ersatz sei. Der Mann kauft 5 kg blöden Schweinenacken, 20 Bratwürste und 2 Rindwürste – das sollte für eine 4 köpfige Familie gerade so reichen.

Zuhause angekommen bekommt die Frau wortreich erklärt, dass die Metzgerei auch nicht mehr das sei, was sie früher mal war. Der Mann packt sei Grillzubehör aus (diverse Zangen, Haken, Pinzetten) und beginnt den Grill vorzubereiten. Er weist die Frau an, sich um den absolut unwichtigen Kleinkram rundherum zu kümmern: Salate, Saucen, Getränke, Tisch decken.

Stunden später liegen Briketts im Kugelgrill und der Mann steckt mit seinen eilig herbeigerufenen Kumpels die Köpfe zusammen, um die Wahl des Grillanzünders erneut zu beraten. Bei wirklich wichtigen Entscheidungen setzt er auf Herdenintelligenz und sei es nur, um sich am Ende des langen Denkprozesses entschieden gegen die mehrheitlich getroffene Entscheidung zu stellen. Er weist seine Frau an, mehr Bier zu bringen. Er schickt die hungrig quengelnden Kinder in die Küche, ihre Mutter um ein Butterbrot zu bitten.  

Gegen Mitternacht schmurgeln marinierte Schweinenackensteaks auf dem professionell angeheizten Grill. Der Mann beweihräuchert seine Kochleistungen wortreich, seine Kumpels stimmen ihm zu.

Die Frau und die Kinder schlafen schon lange.

 

Tina 28.02.2014, 09.53 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Frauen - Männer - Sport

Januar, gute Vorsätze, jetzt aber wirklich: Sport!

Frauen machen Sport, wenn eine Größe 40 Hose am Größe 36 Hintern klemmt oder der Speck am Rücken Falten wirft.

Männer machen Sport, um den Sixpack herauszuarbeiten, den sie schon mit 16 Jahren nicht hatten und um die Oberarmmuskulatur hart wie Kruppstahl werden zu lassen.

Frauen denken: "Ach ja, 2 Wochen Muckibude sollten reichen, um mein Ziel zu erreichen!"

Männer denken: "Ach ja, 2 Wochen Muckibude sollten reichen, um mein Ziel zu erreichen!"

Und so treffen sie im Fitnessstudio aufeinander. Die Frauen in die Sportklamotten gepresst, in die sie in etwa zwei Wochen passen möchten. Die Männer in farbenfrohe Muscle Shirts gekleidet, die ihre zukünftigen Muskelpakete sicher nicht einengen werden.

In guten Fitnessstudios werden die zukünftigen Sportskanonen von gut ausgebildetem Personal in die Gerätschaften eingewiesen. Am Anfang steht das Aufwärmen: 10 Minuten auf dem Ergometer strampeln und dabei bitte einen Puls von 130 Schlägen pro Minute nicht überschreiten.

Frauen setzen sich auf das Rad, wählen Stufe 4 von 30 und legen los. Wenn nach kurzer Zeit das große Schwitzen ausbricht, drehen sie auf Stufe 2 zurück. Die Frisur sitzt, das Make up ist nicht gefährdet und der Po fühlt sich schon gleich viel schmaler an.

Männer setzen sich auf das Rad und sorgen dafür, dass das gesamte Studio davon erfährt, in dem sie dem Trainer lauthals  zurufen: "Was? Nur 30 Stufen? Wie soll ich mich denn da steigern können?!" Sie wählen Stufe 28 und versuchen sich nicht anmerken zu lassen, dass sie die Pedale kaum bewegen können. Nach wenigen Minuten haben sie Knie. Oder Rücken. Alte Sportverletzung. Schlimme Sache das.

Das gleiche Spiel wiederholt sich anschließend an den Geräten: egal ob Beinpresse oder Latissimuszug, die Damen wählen die unteren Gewichtsstufen, die Herren die oberen. Die Damen sehen jederzeit aus wie aus dem Ei gepellt, die Herren keuchen und haben alte Sportverletzungen.

Der Trainer schlägt vor, beim nächsten Mal statt der Geräte einen Kurs zu versuchen. Rückentraining zum Beispiel oder Pilates. 

Eine Woche später. Die Sportkleidung der Damen ist immer noch zu eng, die Shirts der Männer schlabbern mangels Muskelmasse. Man trifft sich im Pilates Kurs.

Die gut gelaunte Trainerin verspricht, dass der Kurs heute ganz easy sein werde, man würde hauptsächlich liegen. "Ja dann", denken Männer und Frauen, "kann das alles nicht schlimm sein - liegen und sich dabei sportlich betätigen war bisher meist eine angenehme Sache..." Die Frauen werden bei dem Gedanken ein bisschen rot, die Männer grinsen breit.

Während die Frauen auf den Sportmatten liegen und diverse Körperteile nach Anweisung schwingen, fühlt sich ihr Hintern von Minute zu Minute schwerer an. Vor allem zu dem Zeitpunkt, als sie ihn auf dem Rücken liegend nach oben bewegen sollen. Die Muskeln brennen, die Gravitation zerrt nach unten, die zu engen Klamotten kneifen, die Frisur droht zu zerzausen.

Während die Männer auf den Sportmatten liegen und diverse Körperteile nach Anweisung schwingen, fragen sie sich, warum die Bewegungen der Trainerin so ganz anders aussehen, als ihre. Wahrscheinlich hat die Trainerin keine Ahnung davon, wie ein Bein aussieht, das in 8-Form geschwungen wird. Die Männer sind voll bei der Sache und um diesem Umstand Rechnung zu tragen, stöhnen und keuchen sie lautstark - jeder im Raum soll mitbekommen, wie sehr Mann bei der Sache ist.

Am Ende der Stunde rennen die Frauen zielstrebig in Richtung Umkleide, um die ärgsten Schäden an der Fassade zu beseitigen.

Die Männer würden auch rennen wollen, können aber auf Grund ihrer Anstrengungen nur noch schleichen. Rücken! Knie! Alte Sportverletzung! Schlimme Sache das.

Nach zwei Wochen denken die Frauen: "Das bringt hier eh alles nichts, die olle Hose kneift immer noch, ich bestelle mir jetzt lieber diese tollen neuen Abnehmkapseln aus Südjemenitischen Eidechsenschuppen."

Nach zwei Wochen denken die Männer: "Das bringt hier eh alles nichts, die Trainer haben keine Ahnung, die Geräte sind viel zu unprofessionell, da bestelle ich mir lieber diese tollen neuen Muskelaufbaukapseln aus Südjemenitischen Eidechsenschuppen."

Da sag noch mal einer, Männer und Frauen wären von zwei verschiedenen Planeten.

Tina 31.01.2014, 16.24 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Alt und faltig

An anderer Stelle kam das Thema "Mein Gott, ich werde 40 Jahre alt - nun ist das Leben vorbei" auf. 

 Kurze Mythenmetzsche Abschweifung: früher, als ich in den Zwanzigern war, verkündete ich lautstark, dass das Leben bereits mit 30 um sei. Ich wurde 30 und  verschob diese Grenze auf 40. Ich wurde 40 und verschob die Grenze auf 80. Womit bewiesen ist, dass ich standpunktflexibel bin.

Um es kurz zu machen: 40 Jahre alt zu sein ist prima!

Als ich ein Kind war, gab es diese Sorgen nicht. Allerdings durfte ich nicht all das tun, was ich gern tun wollte. Ich habe das als gegebene Tatsache hingenommen und nicht weiter in Frage gestellt.

Als ich ein Teenager war, trug ich das Leid der Welt. Aus reiner Bösartigkeit verpassten mir meine Eltern eine Brille und eine Zahnspange, womit mein Aussehen ruiniert war. Ich durfte immer noch nicht all das tun, was ich wollte, habe das aber nicht mehr als gegeben hingenommen und gewehklagt. Die Schule war doof, alle Erwachsenen waren doof, die Tage immer nur grau und öde. Teenager halt. Nie wieder will ich 16 sein müssen.

Ich kam in die Zwanziger und wurde sehr zeitig Mutter. In dieser Zeit hatte ich wenig Zeit, um über den Sinn meines Lebens zu grübeln - es gab immer Windeln zu wechseln, Körperausscheidungen aufzuwischen oder Bücher vorzulesen. Die Kinder waren krank, die Kinder forderten Aufmerksamkeit, die Kinder bestimmten den Tagesablauf. Ich hatte zu tun, was zu tun war und was ich wollte, war zweitrangig. In den Zwanzigern war mein Leben überaus anstrengend und arbeitsintensiv.

Ehe ich mich versah, war ich dreißig Jahre alt. Die Sache mit den Windeln war vorbei *yipieh* dafür versuchte ich wieder Anschluss in das Berufsleben zu bekommen. Windeln wechseln war definitiv einfacher. Um im Beruf richtig Fuß fassen zu können, bedurfte es einiger langwieriger, arbeitsintensiver Zusatzqualifikationen und Entscheidungen. Die Kinder wurden älter und selbstständiger. Ich wollte das tun, was ich tat, auch wenn es nicht immer das war, was ich wollte. Mit Ende dreißig sah ich Licht am Ende des Tunnels.

Und dann wurde ich 40 Jahre alt. Beruflich sitze ich fest im Sattel und bekomme ein stattliches Gehalt dafür. Meine Hausärztin beglückwünscht mich zu meinem löblich guten Gesundheitszustand. Die Teenagerkinder, über die ich so gern gemeine den Tatsachen entsprechende humoristisch überspitzte Texte verfasse, sind weitgehend selbstverantwortliche junge Erwachsene, die ihr Leben nicht völlig versaubeuteln und auf die ich mich im großen und ganzen verlassen kann. Ich bin seit über zwanzig Jahren mit dem selben Mann verheiratet und bereue das nur höchst selten und nie langanhaltend.

Jetzt, in den Vierzigern, habe ich die Zeit und das Geld, um mir die Welt anzusehen. Die Teenagerkinder kommen entweder mit und stören nicht, oder bleiben zuhause und betüddeln die Katzentiere. Endlich kann ich die Dinge tun, die ich schon immer tun wollte. Ich bin angekommen.

Natürlich gibt es einige betrübliche Tatsachen: in der Sauna, im direkten Vergleich, sehe ich, dass ein Zwanziger Körper eine andere Festigkeit aufzuweisen hat, als ein doppelt so altes Modell. Zum Glück muss ich nicht in einer direkte Konkurrenzsituation auf diesem Gebiet kämpfen - mit der entsprechenden Umverpackung kann ich mit einer 20 25 29 Jährigen durchaus mithalten. 

Außerdem muss ich betrübt feststellen, dass Bücher offensichtlich in einer immer kleineren Schriftart gedruckt werden. Oder es gesellt sich Altersweitsichtigkeit zu meiner Kurzsichtigkeit. 

Die Lieder aus meiner Jugend sind längst Oldtimer und wurden bereits mehrfach gecovered. War mein Radiosender früher SWF3, dann FFH, so ist es jetzt HR1 - die spielen nämlich das Beste von früher. 

Die Einschläge kommen näher. Die Einschläge sind Menschen aus meinem Umfeld, die sterben. Je jünger ich war, umso seltener kam es vor, dass Gleichaltrige starben. Inzwischen passiert das häufiger. Als ich gestern mit meiner Freundin das Grab einer gemeinsamen Bekannten besuchte, die vor einigen Tagen verstarb, musste ich bemerken, wie viele Menschen ich gekannt hatte, die dort begraben sind. Und nicht alle sind nach einem erfüllten Leben steinalt verstorben.

Mit dieser Einsicht im Hinterkopf sind die Vierziger der genau richtige Zeitpunkt, um das Leben in vollen Zügen zu genießen. Die Zipperlein behindern mich noch nicht sehr und viele Ecken der Welt rufen "Komm, besuch mich!".

Den Fünfzigern sehe ich jedenfalls gelassen entgegen.

Tina 19.01.2014, 15.17 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

5 Kampf für Teenager Eltern

Herzlich willkommen zur jährlichen Eltern-Olympiade!

Heute schauen wir uns den Fünfkampf in der Altersklasse "Teenager-Eltern" an:

Aufgabe 1: Wecken Sie einen Teenager

Die Aufgabe gilt als erfüllt, wenn der der Teenager im Bad zur persönlichen Körperpflege übergeht.

Zusatzpunkte gibt es, wenn dieser Zustand vor 7 Uhr morgens erreicht werden kann, Voraussetzung: der Teenager hat tatsächlich geschlafen und nicht die Nacht durchgezecht.

Erlaubt sind zusätzliche Hilfsmittel wie nasse Waschlappen, das Anstimmen fröhlicher Lieder und das Verstecken von Haustieren unter der Bettdecke des Wettkampfgegners.

Aufgabe 2: Kochen sie ein Essen, das von 3 Teenagern gleichermaßen akzeptiert wird 

Die Aufgabe gilt als erfüllt, wenn allgemein gültige Richtlinien ausgewogener Mischkost erfüllt sind. Das bedeutet, die gewählte Mahlzeit muss zu mindestens 30% Obst und/oder Gemüse enthalten und darf nicht zu 100% frittiert oder kandiert sein.

Zusatzpunkte erhalten sie, wenn sie den Teenagern Rohkost schmackhaft machen konnten.

Erlaubte Hilfsmittel sind geringe Mengen Ketchup und ein Pürierstab.

Aufgabe 3: Erkennen sie bei einer Gegenüberstellung die Freunde ihrer Teenager

Die Aufgabe gilt als erfüllt, wenn sie bei einer Gegenüberstellung aus sechs Probanden die zwei erkennen, die ihr Teenager zu allen Tages- und Nachtzeiten "mal schnell" trifft.

Zusatzpunkte gibt es, wenn sie den Freunden Handynummern und Nicknames zuordnen können.

Erlaubte Hilfsmittel gibt es nicht.

Aufgabe 4: Bringen sie ihren Teenager dazu, sein Zimmer in einen Zustand zu versetzen, der entfernt an Ordnung erinnert.

Die Aufgabe gilt als erfüllt, wenn 20% des Bodenbelages zu sehen sind, Sonne durch die Fenster in das Zimmer scheinen kann und Ungeziefer in Erwägung zieht, im Teenagerzimmer möglicherweise leben zu wollen. 

Zusatzpunkte gibt es für Kleidung, die sich sauber und gewaschen im Kleiderschrank befindet und für Schulutensilien aus dem aktuellen Schuljahr, die sich in der Schultasche finden. 

Erlaubte Hilfsmittel sind Abfallcontainer, Gasmasken und hüfthohe Gummistiefel.

Aufgabe 5: Lassen sie ihre Teenager eine Woche allein zuhause  

Die Aufgabe gilt als erfüllt, wenn sie nach ihrer Rückkehr ihre Wohnung wieder erkennen und keine Menschen in desolatem Zustand darin herumliegen.

Zusatzpunkte gibt es, wenn sie statt eines gefüllten Kühl- und Gefrierschrankes lediglich Geld und einen Hinweis auf den nächsten Supermarkt hinterlassen.

Erlaubte Hilfsmittel sind 10 Minuten Telefoncoaching pro Tag.

Zu gewinnen gibt es 2L Gelassenheit und eine hübsche Schmuckhülle für ihre blanken Nerven.

Tina 26.12.2013, 17.18 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Geheimnis um das letzte Fünftel

Eines haben Packungen mit Lebensmitteln gemeinsam: sie enthalten das letzte Fünftel.

Dieses letzte Fünftel, the dirty fifth, muss etwas Ekliges an sich haben, denn meine Kinder verweigern es.

Die letzten drei Scheiben Toastbrot, die letzten zwei Scheiben Salami, die letzte Scheibe Käse - niemand isst sie, außer uns Eltern.

Sind wir Eltern einmal nicht zur rechten Zeit am Kühlschrank, um die Salami/Käse/Toastbrotpackung zu leeren, erweisen sich die Kinder als ausgesprochen erfindungsreich. Bevor ihnen nämlich eine dirty fifth Salami auf das Brot kommt, öffnen sie einfach eine neue Packung. Ist auch bei dieser die Neige erreicht, wird die nächste Packung herangezogen.

Da die Kinder pro Tag ca 10.000 kcal pro Nase verfuttern, befinden sich in unserem Kühlschrank in aller Regel diverse geöffnete Packungen des gleichen Artikels. Wenn ich wutschnaubend vor dem Kühlschrank stehe und die Brut zu den Packungen befrage, höre ich meist "Oh, das habe ich gar nicht gesehen!".

Ich habe vieles versucht, um diesen Zustand einzudämmen: ich kaufte die beliebtesten Artikel nur noch in einfacher Ausfertigung und erntete das Gejammer halb verhungerter Teenager, die mit einer 4/5 geleerten Packung Käse herum wedelten und ihren nahenden Hungertod ankündigten.

Ich füllte drei letzte Fünftel Salami in eine Packung und siehe da, niemand bemerkte das Manöver.

Natürlich habe ich geredet, gedroht, geflucht, geschimpft - das Übliche.

Warum sie das tun, ist eines der ungeklärten Phänomene im Zusammenleben mit Teenagern. 

Ist es der weite Weg vom Kühlschrank zum Mülleimer, um sich der leeren Packung zu entledigen? Die Gefahr, dass der Mülljengaturm bei dieser Gelegenheit umfallen könnte und man den zeitraubenden Weg zur Mülltonne vor dem Haus auf sich nehmen müsste?

Haben sie Angst, dass unter der letzten Scheibe BrotKäseWurst ein böses Monster lauert?

Gibt es geheime Absprachen, um mich in den Wahnsinn zu treiben? 

Wie lange werde ich noch durchhalten können? 

Tina 23.12.2013, 22.45 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Molikombo-Essenzen

Da meine Geschäftsidee mit der Eigenfettseife nicht sehr erfolgreich war, habe ich neues uraltes Geheimwissen aufgetan.


Geneigter Leser, der du ein Suchender bist!


Bislang hast du sicherlich der materialistischen Schulmedizin *pfui* geglaubt, dass der Strudel, der sich beim Ablaufen von Wasser aus der Badewanne bildet, zufällig mal links- oder mal rechtherum strudelt. Dem ist nicht so!

Natürlich gehorcht der Wasserwirbel in der Badewanne elementaren Naturgesetzen! Wasser ist Leben, Leben ist Natur und die Natur unterliegt kosmischen Gesetzen.

Wenn du in der Badewanne badest, dann reinigst du nicht nur deine körperliche Hülle, sondern auch deine unsterbliche Seele. Wie die Hülle, so kann auch die Seele an manchen Tagen mehr, an anderen weniger verschmutz sein. Je nach Verschmutzungsgrad zwirbelt sich das Wasser beim Ablassen aus der Wanne:

Ist deine Seele reingewaschen, dann dreht sich das Wasser links rum. Links rum, wie auch die proteinogenen natürlichen Aminosäuren in unserem Körper. Dieser Zustand ist das Molikombo.

Mussten viele seelische Schlacken, wir nennen sie Kaolobab, von deiner Seele gewaschen werden, so dreht sich das Wasser rechts rum, weil du womöglich nicht lang genug gebadet hast oder die Schlackenkapazität des Wasser nicht ausreichte, um deine Seele zu reinigen. Dieser Zustand wird Lumumbu genannt. Lumumbu ist schlimm, auf Dauer macht Lumumbu Krebs, MS, Alzheimer und Migräne.

Die Schlackenkapazität des Wasser kannst du enorm erhöhen, wenn du bei mir ein Fläschchen Molikombo-Essenz erwirbst. Solltest du also nach dem Baden häufiger rechtsdrehendes Ablaufwasser beobachten und eine verlängerte Badezeit das nicht ändert, so wende dich vertrauensvoll an mich.

Molikombo-Essenz gibt es für jeden Menschen individuell zubereitet. Ich untersuche deine Farb- und Duftaura und passe die wertvolle Essenz genau für dich an. Dazu brauche ich lediglich einen Gegenstand, der deine Aura abbildet - bewährt hat sich ein 200 Euro Schein, den du eine Woche an deinem Körper getragen hast.

Dieses Wissen wurde mir von Lichtwesen gechannelt, deren Milokombo perfekt ausgebildet ist. Meine Lebensaufgabe ist es nun, dieses Wissen mit meinen menschlichen Schwestern und Brüdern zu teilen.

Bei Interesse melde dich bei mir - denke an Weihnachten! Verschenke Seelenheil und immerwährende Gesundheit!

Tina 11.12.2013, 08.12 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

von 10 biblischen Plagen

Im Alten Testament belegt Gott die Ägypter mit 10 Plagen, weil der Pharao das israelische Volk nicht ziehen lassen will.

Wie wir alle wissen, sind diese Schriften sehr alt und im Laufe der Zeit kam es zu einigen Abwandlungen in der Handlung. 

Hier kommt nun die schonungslose Wahrheit über die echten, ursprünglichen 10 Plagen:

In Wirklichkeit war es nämlich so, dass der Pharao, wie es sich gehört, einen Harem hatte, in dem Frauen wohnten, die mit ihm Kinder hatten. Diese Kinder wuchsen heran und wurden... Teenager!

1. Plage - Blut

Blut lief dem Pharao aus den Ohren, da ihm diverse Teenager ständig in selbigen lagen, weil sie mit seinem Kampfwagen fahren wollten oder der Tut Ramses  immer genau ins Bad gerannt kam, als Anches Nofrete gerade ihre Haare frisieren wollte.

2. Plage - Frösche

 Zu jeder Tages- und Nachtzeit quakten die Teenager des Pharaos und nannten es  Musik - irgendwo müsse die Band doch proben. Wenn der Pharao sich um Ruhe  bemühte, liefen die Teenager vor Zorn grün an und quakten nur noch lauter.

3. Plage - Stechmücken

"Lästig wie 'ne Abemick" dieses Sprichwort kennen wir heute noch. Auch altägyptische Teenager hatten die lästige Eigenschaft, ihren Erzeuger zu umschwirren und ihm das Blut auszusaugen. "Ich brauche noch Geld für einen Mathearbeitspapyrus" oder "Wir machen morgen einen Ausflug, du musst das noch bezahlen."

4. Plage - Stechfliegen

Als der Pharao seinen Geldsack zückte, um die Papyri zu bezahlen, fiel den Haremsteenagern umgehend ein, dass sie auch noch Geld für Geburtstagsgeschenke, neue Schuhe, eine dicke Winterjacke und einen frischen Sklaven benötigten. EEECCCHHHTTTT PPPAAAAAPPPPIIIIEEEEEE

5. Plage - Viehpest

Die Viehpest überkam die Haremsteenager, als sie ihre Zimmer auffräumen sollten. Exakt drei Sekunden nach dem Aufräumbefehl fielen sie wimmernd und zuckend in sich zusammen.

6. Plage - schwarze Blattern

Auch im alten Ägypten waren die Teenager picklig und auch im alten Ägyptenwehklagten und jammerten die Teenager darüber lautstark - gerade so, als ob sie  von der Beulenpest heimgesucht würden. "AAAAHHHH, ich habe einen RIEHIEEEEESEN Pickel mitten im Gesicht - MEIN LEBEN IST VORBEIHEIEEEEIIIII!"

7. Plage - Hagel

War der Pharao weichherzig und erlaubte seinen Teenagern eine private kleine Feier nur mit den allerbesten Freunden, so sah der Palast nach der Feier aus, als ob bierdosengroße Hagelkörner auf den Raum eingedroschen hätten.

8. Plage - Heuschrecken

Keine Vorratskammer ist groß genug, um eine mittelgroße Anzahl Teenager statt  zu bekommen. Wenn sich Teenager über Lebensmittelvorräte hermachen, die eine Hunderschaft Soldaten drei Wochen verpflegen könnte, so brauchen sie nur wenige Stunden, um alles ratzekahl wegzufuttern. Anschließend jammern sie, dass der Nachtisch noch nicht serviert sei.

9. Plage - Finsternis

Teenager sind nachtaktiv - sie schlafen in den frühen Morgenstunden ein und wachen am späten Nachmittag auf, wenn man sie ließe. Der Plan ist, nicht gleichzeitig mit den Eltern wach zu sein. Die Eltern dürfen in der Zeit, in der die Teenager schlafen, gern aufräumen, putzen und neue Lebensmittel herbeikarren.

10. Plage - Tod aller Erstgeborenen

Diese Umschreibung steht für all die Verwünschungen, die sich Teenager-Geschwister gegenseitig an den Hals wünschen: die Zornesröte lässt die Gesichter glühen, während sie sich lautstark mit Ausdrücken bedenken, die die Eltern blass werden lassen.

Nach dieser Plage ließ der Pharao die Israeliten ziehen, seine einzige Bedingung war, dass sie seine Teenagerbrut mit in die Wüste nehmen müssten. 

Die Israeliten waren nicht dumm. Sie zogen heimlich los und Moses teilte das Rote Meer, damit seine Leute hindurchziehen konnten. Als der Pharao sie gerade eingeholt hatte, um ihm seine Teenager mitzugeben, ließ Moses die Fluten des Roten Meeren wieder zusammenschlagen. 

Tina 08.12.2013, 16.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Samstag Morgen

Samstag Morgen, Wochenende.

Normaler Ablauf: nach einer ruhigen Nacht stehe ich zwischen 7 und 8 Uhr auf, koche Kaffee, nehme mir eine Tasse mit ans Bett und surfe gemütlich durch das WWW.

Heute: Ich musste gegen 6 Uhr dem Weckruf meiner Blase nachgeben. Beim Verlassen des Schlafzimmers schlüpfte der niedliche Babykater in selbiges. Als ich mich wieder ins Bett legte, kuschelte der Babykater sich an mich. Eine halbe Stunde lang suchte er seine ideale Schlafposition: auf meinem Gesicht, neben meinem Gesicht, in meinen Haaren - alles begleitet von Presslufthammergeschnurre und Krallenmilchtritten. Aufstehen, Babykater rauswerfen, Ruhe.

Eines der Kinder hat auch eine Frühaufsteherblase, vergisst aber, die Badezimmertür zu schließen. Kurze Zeit später höre ich den niedlichen Babykater in der Badewanne, wie er versucht eine Hinterlassenschaft zu verscharren. Verscharren auf Emaille klappt nicht. Stinkt aber dafür enorm. Badewanne reinigen, Babykater aus dem Bad werfen, beschließen, aufzustehen.

Küche, Kaffeemaschine. Während ich die Maschine bestücke, bewundere ich den Mülleimer. Andere spielen Jenga, meine Familie stapelt Müll. Und Geschirr, bevorzugt oberhalb der Spülmaschine. Die Katzen jammern, ich füttere sie und schaffe es, die leere Katzenfutterdose noch oben auf die Salamiverpackung zu legen. Yeah, ich bin die Königin des Mülljengas! 

Der niedliche Babykater, das blöde Mistvieh, mault herum, weil ihm das Futter zu wenig war und fliegt deshalb aus dem Haus. Ich ziehe mich mit meinem Kaffee in mein Bett zurück und informiere mich, wie meine hippen Bekannten ihren Freitagabend verbracht haben.

Mein Mann füllt Kaffee nach, lässt den Babykater wieder hinein, verzichtet dabei auf eine gründliche Gesichtskontrolle. 

Das Kind, das am Badezimmerdebakel schuld ist, betritt die Küche und hält ein langes, lautes Plädoyer, das seine Unschuld am Zustand der Küche untermauern soll. Dann schreit es, weil der niedliche Babykater selbst für Futternachschub gesorgt und seine Beute erfolgreich ins Haus geschmuggelt hat.

Wieder stehe ich auf und entsorge eine Hinterlassenschaft des Babykaters. Diesmal stinkt es nicht, freundlicherweise zuckt es auch nicht (mehr).

Samstag Morgen, 9 Uhr und ich habe Angst, was der Tag noch alles bringt.

Tina 30.11.2013, 08.54 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

voll unfreundlich

Warum sind Kassiererinnen im Supermarkt immer so unfreundlich?

Ich schreibe in der weiblichen Form, ich beziehe mich aber auf alle Geschlechter.

Frug jemand an anderer Stelle, belegte die These mit der Schilderung eines aktuellen Ereignisses und bekam eine Menge Zustimmung. 

Kassiererinnen sind unfreundlich (immer), undankbar (hey, wir Kunden sorgen schließlich für ihren Lebensunterhalt!) und nutzen ihre Machtposition schamlos aus (wehe, du brauchst mal 20 Extraaufkleber für deine Sammelkarte, um eine Plüschkarotte bekommen zu können).

Soweit die ScheißhausStammtischparolen.

Ich bin keine Kassiererin, die allermeiste Zeit meines Lebens bin ich Kundin. Aber ich habe Verkaufserfahrung aus vielen Jahren Schichten auf Festen und Basaren und ich kenne einige Kassiererinnen. Ein Stück weit kenne ich also beide Seiten.

Die meisten Kassiererinnen und Kundinnen sind die meiste Zeit freundlich und höflich. Das ist der Normalzustand.

Eine ewig mies gelaunte Kassiererin ist in aller Regel nach kurzer Zeit ihren Job los, während eine ewig mies gelaunte Kundin unbehelligt ihren Frust am Verkaufspersonal auslassen darf. Das ist ein Problem.

Wenn nämlich eine Kundin (Exemplar "aus der Hölle") eine Kassiererin 5 bis 10 Minuten in der Mangel hatte, weil am Samstag Abend keine 20 Packungen der Margarine aus dem Angebot mehr da seien und außerdem die Umverpackung der Slipeinlagen geändert wurde, sodass die Kundin voll lang vor dem Real stehen und suchen musste, dann trägt das nicht gerade zum Wohlbefinden des Verkaufspersonals bei.

Kleiner Einschub: Die Kassiererin hat Schuld! Immer! Das ist die Haupterkenntnis meiner Tochter nach einiger Zeit als Kassiererin. Es sind keine Cocktailtomaten mehr da? Die Kassiererin wars. Die neue Joghurtsorte schmeckt nicht? Die Kassiererin hat es gewusst und verschwiegen. Es gibt keine 30 Croissants mehr? Die Kassiererin, das faule Stück, soll gefälligst ihren Hintern heben. Draußen regnet es? Das Kind ist quengelig? Das grün der Äpfel ist nicht grün genug?  Die Kassiererin ist schuld und bekommt das auch gesagt.

Wenn dann endlich die Nörgelkundin abgefertig ist, kommt mit großer Wahrscheinlichkeit die nächste Kundin in der Schlange und beschwert sich, dass sie so lange warten musste. An dieser Stelle wäre ich schon bedient - eine professionelle Kassiererin bleibt auch hier freundlich und bittet um Entschuldigung.

Eine Kassiererin muss sich aber nicht nur mit Kundinnen beschäftigen. Als kleines Rädchen im Getriebe großer Konzerne hat sie Vorgesetzte, die wiederum Vorgesetzte haben, die Vorgesetzte haben. Alle gemeinsam haben sie Vorgaben, Konkurrenzdruck, Maßgaben und Ziele, die erreicht werden müssen. In solchen Gefügen wird Druck gern von oben nach unten durchgereicht - ganz unten ist die Kassiererin und die soll stets höflich bleiben und lächeln. 

Egal, ob sie gerade mit einer Testkundin vorgeführt wurde oder sie einen vollgestopften Laden mit genau einer weiteren Kollegin schmeißen soll - Hauptsache, die bleibt höflich und lächelt.

Wenn eine Kassiererin mich einmal nicht erfreut anlächelt, oder sogar pampig reagiert, dann bemühe ich mich, in etwa so zu reagieren, wie bei einer genervten Mutter eines Kleinkindes mit Trotzanfall. Ich frage zum Beispiel, ob der Tag mies war - denn eines ist klar, wegen mir kann die Kassiererin nicht mies drauf sein. Ein wenig Verständnis hilft meistens, die Situation zu entspannen.

Natürlich gibt es Tage, an denen kommt mir eine stinkige Kassiererin genau recht - dann nämlich, wenn ich auch einen miesen Tag hatte. Dann schnauzen wir uns im schlimmsten Fall beide an und fühlen uns beide vom jeweils anderen ungerecht behandelt. Das ist eine klassische lose-lose-Situation. Zum Glück kommt das nicht häufig vor.

Tina 10.11.2013, 10.03 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Prepper

Prepper sind Menschen, die alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um im Fall einer Katastrophe möglichst gut vorbereitet zu sein. Sie horten Lebensmittel in Bunkern und sind bereit, diese Vorräte mittels Waffengewalt zu verteidigen.

Ihr denkt, das seien Spinner und ihr kennt keine Prepper persönlich? Das dachte ich bisher auch, bis mir heute die Erkenntnis kam, dass ich mein Haus mit drei Preppern teile: meine Kinder.

Für den Fall einer mittelschweren nuklearen Katastrophe, bei der es zu einem eklatanten Mangel an Trinkgläsern und Kaffeelöffeln kommt, sind sie perfekt vorbereitet. Sie horten mehrere Bruttoregistertonnen Handtücher und halb leere Wasserflaschen. Sollte die Versorgung mit Papier gekappt werden, meine Kinder haben den Gegenwert vieler Hektar Waldfläche gebunkert. 

Und sie sind bereit, ihre Vorräte zu verteidigen.

Wenn ich zum Beispiel frage, wo zum Teufel alle meine Handtücher geblieben seien, dann setzen sie ihre beste Unschuldsmiene auf und heucheln Unwissen. Wenn ich auf vier leere Wasserkästen deute und nach den Flaschen frage, die dort hinein gehören, dann ernte ich wortreiche Erklärungen, die sich in ein kurzes "Was weiß ich?" zusammenfassen lassen.

Wer so naiv ist, zu glauben, wir Eltern könnten doch einfach die Kinderzimmer aufsuchen und dort nach den vermissten Gegenständen suchen, der hat keine Teenager im Haus. Teenager wehren sich mit Biowaffen, vor allem einer Art Tränengas. Immer wenn ich die Tür eines Kinderzimmers öffne, brennen meine Schleimhäute und Tränen schießen mir in die Augen. Essigsäure ist ein Dreck gegen dieses spezielle Teenagergas. 

Selbst mit einer kompletten ABC Schutzausrüstung gewappnet, ist es schwer, die Berge von beschriebenem Papier, getragenen Socken und Taschen-Tüten-Kartons zu überwinden. Immer wieder lauern einem halb geleerte Tetrapacks auf, aus denen es knurrt. Besonders gefährlich sind Brotbüchsen, die ich zuletzt vor einigen Jahren sauber im Schrank gesehen habe. In solchen Büchsen entwickelt sich mit der Zeit Lebensformen, für die die Wissenschaft keine Vokabeln hat.

Ich denke, dass sich nicht einmal Radioaktivität traut, in ein Teenagerzimmer zu strahlen. Hochwasserfluten umfließen ein solches Zimmer großzügig und Orkane platzieren ihre Augen genau an dieser Stelle. Und mitten in einem solchen Orcus lauert ein Teenager, wie eine Spinne in ihrem Netz, und beschwert sich, dass es schon seit mindestens einer Stunde nichts mehr zu essen gegeben habe.

Beware!

Tina 26.10.2013, 20.38 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Shopping queen

Tatsächlich bin ich eine echte Shopping queen - wenn ich Kleidung einkaufe, kann man Filmmaterial in den Ausmaßen von Herr der Ringe (alle drei Teile, extended Version) füllen.

Teil 1: Ich stehe in der Tür des Geschäftes, schaue hinein und lasse den Laden auf mich wirken. 

Dröhnt mir laute Musik entgegen oder ist der Laden mit hektischen Teenagern gefüllt, drehe ich mich um und gehe. 

Teil 2: Ich stehe immer noch in der Tür und schaue hinein - es folgt der Farbschnellcheck.

Ich trage meine Haare seit vielen Jahren rot - sehr rot. Meine Haut ist blass, sehr blass, immer. Diese zwei unveränderlichen Tatsachen schränken meine Farbauswahl bei Kleidung ein. Im Grunde trage ich in Oberteilen hauptsächlich grün - ist von der Tür aus kein grün im Laden zu sehen, brauche ich nicht hinein zu gehen.

Teil 3: Ich betrete das Geschäft und fühle.

Baumwolle ist ok, Viskose ist ok, Polymerbeimischungen gehen manchmal. Meine Kleidung darf nicht kratzig sein, ich will mich nicht fühlen wie in einer Frischhaltefolie. Nähte sollen ordentlich gearbeitet sein. 

Teil 4: Ich schaue fragend.

Im besten Fall eilte genau jetzt (nicht früher, nicht später) ausgesprochen nettes Verkaufspersonal herbei und bietet mir Beratung an. Ist die Verkäuferin (ich wende hier die weibliche Form an, meine damit aber natürlich beide Geschlechter) unmöglich gekleidet, lehne ich dankend ab. Unmöglich kombinieren kann ich ganz allein. Die Verkäuferin zu beraten, stößt in der Regel nicht auf Dank.

Ansonsten lasse ich mir das Sortiment zeigen, umreiße kurz meine Ansprüche ("Am liebsten grün, Gründerivate, nicht zu eng am Hals oder den Oberschenkeln") und lasse mich inspirieren.

Teil 5: In der Umkleidekabine

Die Fleischbeschau-Hölle. 

Muss ich mehr sagen? Ihr alle kennt es: enge Kabine, fahles Licht. Wabbeliges, blasses Fleisch hängt in Falten von einem Körper, der entfernt an den eigenen erinnert. Man traut sich kaum, die hübsche neue Kleidung über diese widerliche Speckansammlung zu streifen. Genau in diesem Moment ertönt aus der Nebenkabine ein schrilles "Haben Sie das nicht auch in XS? Echt ey, 36 schlabbert voll rum!"

Teil 6: In der Umkleidekabine II

Ich beschließe, nie wieder etwas zu essen.

Tatsache aber ist und bleibt: ich brauche neue Kleidung. Nun stehe ich schon mal hier, atme tief durch und ziehe die neuen Teile doch an. An schlechten Tagen ist der Einkauf an dieser Stelle beendet. An guten Tagen kann ich Knöpfe und Reißverschlüsse schließen.

Nun ist die Stunde der Verkäuferin gekommen. Ich trete aus der Kabine und schaue mich kritisch im Spiegel an. Ich warte gespannt auf ihr Urteil - mach mir den Guido, Baby!

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Spreu-Verkäuferin findet alles toll, was ich trage und spart nicht an Worten. "Aber ja, diese Hose sitzt PERFEKT!" sagt sie, während ich kritisch die Speckrollen begutachte, die sich über dem Hosenbund gebildet haben.

Ich bin mal an eine Spreuberaterin geraten, die mir versichern wollte, dass ein sehr hübsch roter Pullover sich kein bisschen mit meinen schreiend roten Haaren beiße. Ehrlich, sie konnte lügen, ohne sich den Rottönen anzugleichen, von denen wir gerade sprachen.

Die Weizenverkäuferin verhält sich wie eine gute Freundin. Sie kräuselt ein wenig die Lippen und erklärt, dass dieses Teil wohl ziemlich klein ausfalle und eilt davon, um es in zwei Nummern größer zu holen. 

Sie rät mir, das rostorange Oberteil doch mal auszuprobieren, nur für sie und freut sich ehrlich, wenn sie dann tatsächlich Recht hatte und mir das Teil steht.

Sie macht Komplimente ohne sich anzubiedern - das ist die Königsdisziplin. Kommt eher selten vor, aber wenn doch, dann hat sie eine treue Stammkundin gewonnen.

Teil 7: Kaufrausch

Gefällt mir ein Teil, passt es und ist es erschwinglich, dann kaufe ich es - manchmal kaufe ich es auch gleich drei Mal. Oder das Shirt im gleichen Schnitt in mehreren Farben (= Grüntönen) - wer weiß, wann ich das nächste Mal erfolgreich sein werde? 

Meine Lieblingsmarke bietet sogar T-Shirts mit gleichen Schnitten, aber unterschiedlichen Halsausschnittvarianten und verschiedenen Farben an - das ist das Paradies! Einmal anprobieren, dann nur noch zusammenraffen und schon sind die nächsten zwei Sommer gerettet.

Teil 8: Nachwehen

Zuhause angekommen entferne ich alle Schildchen, Aufkleber und was sonst noch so stört. Ich wasche alle neue Kleidung, bevor ich sie trage. Manchmal kommt es zu unangenehmen Überraschungen, weil ich die Schildchen mit den Pflegeanleitungen zwar sorgfältig herausschneide, sie aber nicht lese. Dumme Sache, wenn das neue tolle Oberteil 5% Angora Beimischung hat und ich es bei 30°C mit normalem Waschmittel gewaschen habe. 

Ich bin dabei nicht lernfähig. Einmal entnahm ich meiner Waschmaschine einen ehemals flauschigen Pullover, den ich erfolgreich auf Topflappengröße geflitzt habe.

Teil 9: Kaufrausch II

Ich kann es natürlich nicht lassen und verfolge die Kleidung, die ich erworben habe, im Online Shop des Herstellers. Wenn es dort noch einmal reduziert wird, kann es sein, dass ich noch einmal bei Teil 7 einsteige. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür, wenn Teil 8, Kapitel Topflappen, eingetreten ist.

Und nun warte ich auf einen Anruf von Guido. Ich denke, ich habe ausreichend überzeugend dargelegt, dass man mit mir mindestens eine Woche Shopping queen füllen kann. Also: her mit der Kohle!


Tina 26.10.2013, 10.27 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wien

Ein Tag Heimaturlaub und schon war ich wieder unterwegs, diesmal ging es nach Wien. Dieser Urlaub war das Geburtstagsgeschenk (ein sehr uneigennütziges) für meine ältere Tochter und die hat nur diese Woche Ferien.

Ganz ehrlich, Wien hat mich nicht gepackt. Also die Stadt - denn alle Menschen, die ich getroffen habe, waren ausnahmslos freundlich und nett. Ein wenig zurückhaltend und reserviert, aber das ist mir nach den anhänglichen Istanbulern gerade recht. Die Wiener, die ich getroffen habe, haben ein perfektes Maß an Freundlichkeit und Distanz.

Die Stadt selbst ist eine Mischung aus dem preußischen Berlin und München. Die Bauten sind groß, prächtig, erdrückend. Man repräsentiert und beeindruckt. Ach hätten die Wiener doch nur mehr den Hundertwasser bauen lassen, so wie Gaudi sich in Barcelona austoben durfte!

Ich mochte auch hier die öffentlichen Verkehrsmittel. Ratzifatzi ist man an jedem Eck der Stadt. Wobei ich denke, dass mir meine Großstadterfahrung hier weiterhilft, ein Dorfpflanzerl findet sich wahrscheinlich nicht gut zurecht.

Der Stephansdom ist schrecklich hässlich, das muss einmal gesagt werden. Innerlich zumindest - von außen geht er grad noch so. So ziemlich alle anderen Kirchen sich hübsch anzusehen, die gotischen schlank, die barocken prunkvoll - aber dieser Dom, der ist nicht schön. Wie erklommen den Nordturm, das sind 323 Stufen in 67 m Höhe, um dann in einem Aussichtszimmerchen zu landen. Von dort aus haben bis vor 60 Jahre Feuerwehrleute gesessen und nach Bränden Ausschau gehalten. 

Die Kapuzinergruft hat mich sehr beeindruckt. Dort sind mehrere Jahrgänge Habsburger beigesetzt. Die älteren Sarkophage sind prunkvoll gestaltet, dort gibt es viel zu sehen. Ich sah Maria Theresia auf ihrem Sarkophag picknicken und habe die Sisi und den Franzl gegrüßt. Umso erstaunlicher (und doch auch erfreulich) fand ich es, dass es eine Schulgruppe geschafft hat, durch die Gruft zu rennen, während ich mal kurz auf der Toilette war.

Hundertwasser ist mein Freund! Ich liebe Jugendstil und er ist eine perfekte Weiterentwicklung dieser Stilrichtung. Wir besuchten das Wiener Kunsthaus, mit zwei Etagen Hundertwasser und eine Photoausstellung von Michel Comte.

Ich sah Klimt. Den Kuss und die Judith - phänomenal. 

Belvedere, das obere - dort hängen die Klimts, war nett. Sehr "barockckoko" im Inneren, sehr merkwürdig nüchtern in der Parkanlage. Ich habe eine Ahnung, warum der Erbauer das Sommerschloss am Ende nicht genutzt hat.

Die Albertina war nett. Dort hängt hauptsächlich moderne Kunst, die mich allerdings nicht sehr angesprochen hat. Teilweise habe ich mich gefragt, warum das ein oder andere Bild dort an der Wand hängt. Als Sonderausstellung gab es " Matisseund die Fauves" und ich hatte das Glück, zufällig neben eine Führung her laufen zu können.

Der Brunnenmarkt war leider enttäuschend. Versprochen wurde mir "kleinIstanbul". Selbst wenn ich nicht vor ein paar Tagen erst auf dem ägyptischen Markt in Istanbul gewesen wäre, dieser saubere Aneinanderreihung von Ständen hat genau nichts von einem orientalischen Markt. Ich habe Dorfmärkte in bayrischen Käffern gesehen, die mehr Leben hatten.

Der Zentralfiredhof - ein Thema für sich. Es ist der größte Friedhof Europas.  Bei uns fährt man eher nicht mit dem Auto oder dem Bus auf dem Friedhof herum, dieser Friedhof ist allerdings ein eigener Stadtteil, eine echte Nekropole. Die Kirche dort ist ein eher nüchterner Jugendstil - der Versuch, Jugenstil und preußisch-k.u.k.-Korrektheit zu vereinen? Jedenfalls ist die blaue Kuppel ein Traum.

Ansonsten sind wir durch die Stadt getingelt, herumgetrieben.

Am Ende besuchten wir noch das Naturkundemuseum. Und bitte, wir haben hier in Frankfurt das Senckenbergmuseum, meine Ansprüche sind also nicht gerade niedrig.

Wir lungerten über eine halbe Stunde in der Mineralienabteilung herum, kürzten aus Zeitmangel ab zu den Urmenschen und rannten am Ende jammernd durch die Tierausstellung. Zu wenig Zeit, zu viele tolle Exponate und dann das Museum selbst! Wenigstens besitze ich jetzt eine Venus von Willendorf Tasse und weiß, dass ich, sollte ich jemals wieder nach Wien kommen, wenigstens einen Tag für dieses Museum einplanen werde.

Tina 20.10.2013, 19.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Istanbul

Frankfurt ist groß.

Berlin ist größer.

Istanbul ist eine eigene Kategorie. 

Unfassbar viele Menschen leben dort und haben munter Häuser gebaut, Geschäfte eröffnet und wuseln herum. Erstaunlicherweise geschieht dies recht geordnet. Irgendwie merkwürdig geordnet, aber es läuft. 

Wir landeten am Atatürk Flughafen, zeigten zum zigsten Mal unsere Ausweise hervor (Ausweiskontrollen sind bei deutschen wie türkischen Behörden offenbar ein beliebter Zeitvertreib) und fuhren mit der Straßenbahn zu unserem Hotel. Dieser Transfer funktionierte hervorragend - die Straßenbahnpläne sind übersichtlich, das Ticketsystem denkbar einfach: man erwirbt Jetons, die jeweils für eine Fahrt gültig sind. Wenn man umsteigt, wirft man einen neuen Jeton in ein Drehkreuz und weiter geht es. Pro Bahnsteig fährt eine Linie, alles ist sehr übersichtlich ausgeschildert und wenn die Menschen dort eines in Perfektion sind, dann hilfsbereit.

Das Hotel war einfach, aber sehr sauber. Aus dem Fenster blickten wir auf die Blaue Moschee. Die Hagia Sophia, die Yerebatan Zisterne und der Topkai Palast lagen in Gehweite. Wir sind viel Herumspaziert, denn so lernt man eine Stadt am besten kenne, wie ich meine.

Neben all den Touristenattraktionen liefen wir am Bosporus entlang, über den Bosporus, wir fuhren auf dem Bosporus und um den Bosporus herum. 

Die staatliche Fähre, die besagten Bosporus hinauf fährt, ist wirklich empfehlenswert. Für relativ kleines Geld schippert man knapp 2 Stunden an Palästen und Häusern entlang, hat drei Stunden Aufenthalt an der Mündung zum Schwarzen Meer und dann geht es wieder zurück. Toll! Sagenhaft!

Überhaupt ist das Essen dort richtig gut und für unsere Verhältnisse sehr preisgünstig. Ich trank frisch gepressten Granatapfelsaft für etwa 4 Euro pro Liter. Ein schöner gegrillter Fisch kostet keine 10 Euro - wir haben für 4 Personen für ein Abendessen rund 60 bis 80 Euro bezahlt. Am liebsten in Restaurants mit Dachterrasse, dort gab es einen tollen Blick über das Meer gratis dazu.

Die freundlichen Herren, die vor den verschiedenen Lokalitäten standen und selbige anpriesen, waren allerdings ziemlich nervig. Als Tourist gehst du keine 2 Meter, ohne angequatscht zu werden. Ewig musst du abwiegeln, ablehnen und die Tagesform entscheidet, wie freundlich man das tut. Meine Mitreisenden Kolleginnen waren deutlich freundlicher als ich, mir war mehr nach Ignorieren der Herren.

Dafür ist der Unterhaltungsfaktor sehr hoch, wenn man sich denn für ein Lokal entscheidet. Die Kellner betreiben Smalltalk, sind höflich und charmant. 

Istanbul wird mich wieder sehen, denn ich habe in diesen vier Tagen nur eine Ahnung von dieser Stadt bekommen können. Aber was ich gesehen habe, hat mir gefallen.


Tina 20.10.2013, 15.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

fleischlos

Seit einiger Zeit versuche ich, meinen Fleischkonsum deutlich zu reduzieren.

Ganz fleischlos habe ich eine Weile durchgehalten, aber so richtig glücklich war ich nicht. Ich liebe Hamburger, Rindswurst und Hühnchen - rund zwei bis drei Mal pro Woche eine kleine bis mittelprächtige Portion Fleisch und es geht mir gut. 

Vor einigen Wochen begab ich mich auf die Suche nach leckeren Proteinquellen, die nicht vom Tier geschnippelt wurden.

Hülsenfrüchte sind super: Linsen, Bohnen, Erbsen. Bei Frau KKK lernte ich Bällchen aus Linsen kennen, die waren der Knaller. Gekochte Linsen (gern aus der Dose) matschen, würzen, zu Bällchen formen, frittieren und dann in den Dip (Feta und Knoblauch) der Nachbarin ohne Blog tunken. Nur weil ich gut erzogen bin, habe ich mich nicht mit der Schüssel in einer Ecke versteckt.

Tofu: der Klassiker für Vegetarier. Tofu ist Sojabohnenpampe und weitestgehend geschmacksneutral. Dadurch kann man ihn zwar vielfältig einsetzen, aber er bleibt auch da im Hintergrund. Leider fühlt sich Tofu im Mund nicht gut an. Er hat die Konsistenz von labberigem Feta, man muss ihn nicht wirklich kauen. 

Mit der Gabel klein gedrückt und etwas Mehl vermischt, wird die Konsistenz etwas fester - aber bissfest wird der Tofu nicht. In Aufläufen sorgt er für Proteine und somit einem gewissen Sättigungsgefühl, aber für jemanden wie mich, der gern isst, ist das nur ein schwacher Trost.

Valess: Die Produkte der Firma Valess sind aus Milcheiweiss und anderen pflanzlichen Proteinen hergestellt. Die Bällchen sind ok, können aber mit den Linsenbällchen nicht mithalten. Das Goudaschnitzel dagegen ist großartig. Es fühlt sich im Mund wie eine mit Käse gefüllte panierte Hühnerbrust an, hat also Biss und regt zum Kauen an. Würden sie den Gouda durch einen Käse mit richtig Geschmack ersetzen, ich schrübe hier Lobpreisungen. 

Quorn: Kein klingonisches Gericht, sondern fermentiertes Schimmelpilzmyzel. Quorn ist in der Konsistenz Tofu sehr ähnlich. Kalt ist es relativ fest, erwärmt wird es leider weich und nicht schön zu kauen. Dafür ist es genauso geschmacksneutral wie Tofu. 

Seitan: Leider habe ich bislang noch keinen Seitan erstehen können. Seitan ist Weizengluten und soll eine fleischähnliche Konsistenz haben. Mal sehen, ob ich demnächst mal welchen auftreiben kann.

Tina 05.10.2013, 18.14 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

eine Woche noch

Nächste Woche um diese Zeit gedenke ich mit ein paar Millionen türkischer Staatsangehöriger zu umgeben, um die touristischen must-see-Ecken von Istanbul abzuklappern.

Ich werde lächeln, mich ernsthaft bemühen, meine mitreisenden Kolleginnen nicht zu verlieren und hoffe, weder beklaut noch verhaftet zu werden. Das Wetter wird toll sein!

Es mag meiner selektiven Wahrnehmung geschuldet sein, aber ich habe das ungute Gefühl, dass 90% der Menschen um mich herum fies erkältet sind.

Schnupfen gehört zu den Dingen, die ich für meinen Istanbul Aufenthalt genau gar nicht gebrauchen kann. Und jetzt? Zuhause bleiben bringt nichts - da ist mein Mann schleudert Viren. An der Arbeit ist dafür die Menschendichte höher und somit die Wahrscheinlichkeit, mehrere verschiedene Virenarten einzufangen.

Ich könnte den ganzen Tag mit einem Desinfektionsmittel um mich herum sprühen - statt "Guten Tag" "Merhaba" gibt es einen Spühstoß. *pffft* Ich trinke keinen Kaffee mehr, sondern nur noch heiße Zitrone. Ich putze mir 20 Mal am Tag die Zähne und spüle meine Nase mit mehreren Litern Kochsalzlösung. Achtung: die Flüssigkeiten möglichst nicht vertauschen!

Ach bitte: kein Schnupfen bis übernächsten Sonntag. 

Tina 04.10.2013, 13.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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